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In der Welt der Diven (vom lateinischen "Göttin") gibt es kein Mittelfeld. Entweder werden sie zur Legende oder verschwinden so schnell, wie sie aufgetaucht sind. Madonna, Whitney Houston, Mariah Carey oder Beyoncé in der Popmusik; Marilyn Monroe, Audrey Hepburn oder Grace Kelly im Kino; und in der Oper Stimmen wie Maria Callas oder Montserrat Caballé, die in der Lage sind, ein ganzes Theater vor dem ersten Applaus zu fesseln. Verschiedene Epochen und Bühnen, aber ein gemeinsames Merkmal: Präsenz, Magnetismus und die Fähigkeit, alles auszufüllen. Diese Vorstellung von einer Diva — nicht als Übermaß, sondern als das Unwiederholbare — findet ein unerwartetes Echo im Wein. Denn auch hier gibt es Namen, die nicht durch Volumen konkurrieren, sondern durch Intensität. Weine, die nicht jedem gefallen wollen, sondern im Gedächtnis bleiben. In diesem Bereich findet sich La Diva, von Dominio de Es. Am diskretesten Ende der Ribera del Duero in Soria, in Atauta, entsteht Dominio de Es, das Projekt von Bertrand Sourdais. Ausgebildet in Bordeaux und mit Erfahrung in Häusern wie Château Mouton Rothschild oder an der Seite von Álvaro Palacios, kommt Sourdais — ein Winzer der fünften Generation bei Domaine de Pallus — Ende der 90er Jahre nach Soria und entdeckt einen Weinberg, der nicht wie ein Block erscheint, sondern wie ein verstreutes Archiv von Buschreben, viele davon vor der Reblausplage, verteilt auf Böden aus Sand, Kalkstein und Ton, in einer Höhe von über 950 Metern. Dominio de Es La Diva entsteht aus einem nahezu einzigartigen Parzellenstück, kaum 0,17 Hektar im Gebiet von Valdegatiles in Atauta. Ein Buschweinberg aus Tinto Fino und Albillo, vor der Reblausplage, auf reinem Sand, der auf Kalkstein ruht. Ein Boden, der fast eine direkte Verbindung zwischen Oberfläche und Ursprung darstellt. Die Herstellung folgt derselben Logik extremer Präzision. Manuelle Lese, lange Mazerationen von etwa 25 Tagen und Reifung in burgundischen Fässern aus französischer Eiche. Alles zielt darauf ab, zu verfeinern, nicht einzugreifen. Das Ergebnis sind etwa 600 Flaschen pro Jahr eines Weines, der sich nicht durch Volumen, sondern durch Definition auszeichnet. Er hat Spannung, Tiefe und eine fast ätherische Eleganz, aber vor allem eine schwer zu erklärende Qualität. Eine Präsenz, die nicht laut werden muss, um die Szene zu beherrschen. Denn wie die großen Diven der Oper, des Kinos oder der Musik konkurriert La Diva nicht um Aufmerksamkeit. Sie zieht sie einfach an.