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Was war nicht alles befürchtet worden, warum Solo: A Star Wars Story ein Reinfall sein müsse. Die ursprünglichen Regisseure Phil Lord und Chris Miller waren nach vier Monaten kurz vor Drehende gefeuert worden, weil Lucasfilm-Chefin Kathleeen Kennedy unzufrieden mit der schrägen Tonalität des Films gewesen war. Ron Howard sprang ein. Immer wieder gab es Gerüchte, der Film sei ein Desaster, er werde der erste Flop in der Historie der Star Wars-Saga, Alden Ehrenreich sei der Rolle nicht gewachsen, die Story funktioniere nicht. Das kann man jetzt einfach einmal alles in die Tonne treten. Disney nutzte die Plattform Cannes, um der Welt zu zeigen, dass Solo rockt. Und nicht im geringsten an der ewigen Erfolgsformel gerüttelt wird, die Krieg der Sterne seit 1977 die wertvollste Filmmarke hat werden lassen (für die Disney vor sechs Jahren 4,6 Milliarden Dollar auf den Tisch gelegt hat). Ursprünglich waren die Spinoff-Filme angekündigt worden als der Ort, an dem Filmemacher spielen und bekannten Figuren oder Ereignissen ihren ganz eigenen Stempel aufdrücken dürfen. Die großen Episoden sollten eben die großen Episoden sein; die Spinoffs sollten die Formel auf den Kopf stellen. Was sich theoretisch gut anhört, aber, wie Lucasfilm schnell feststellte, schwer der Fangemeinde vermitteln lässt. Das ließ schon Rogue One: A Star Wars Story ein so ungelenkes, unausgewogenes Ding sein - ursprünglich als harter Kriegsfilm geplant, wurden dann doch Zugeständnisse gemacht. Was natürlich auch heißt, dass der überdrehte, augenzwinkernde Erzählansatz von Miller/Lord (siehe 21 Jump Street) eben auch nur theoretisch eine gute Idee für einen Film über den ewigen Rebellen Solo sein lässt. Immer wieder gibt es kurze Momente, da blitzen in dem von Howard generalüberholten und auf bekannte Erfolgsspur gebrachten Film Momente, die müssen von den ursprünglichen Filmemachern sein. Die schräge, unausgesprochene Liebe zwischen Lando und seinem (hinreißend freiheitsliebenden) Roboter L3 zum Beispiel. Oder eine Kampfsequenz vor dem Millennium-Falken, die eine so ganz andere, quirlige Energie hat. Aber das soll einen nicht weiter beschäftigen. Solo ist jetzt das, was es ist. Und das ist auch in Ordnung. Weil hier wenigstens dieser ganze lähmende ernste Selbstzweifelkram ausgespart wird, der die Episoden so aufgeblasen und überladen und ernst erscheinen lässt. Erstmals seit dem ersten Film von 1977 macht Star Wars einfach wieder Spaß. Und weil man keine Pausen einlegen muss, in denen über die Macht philosophiert wird, wird einfach nur aufs Gas getreten. Der Film ist wie die 135-minütige Best of...-Compilation der größten puren Abenteuerfilmserie der Geschichte, die sich nur die furiosesten Actionszenen herausgepickt hat, aus denen sich eben auch die Handlung herausbildet. Han Solo ist halt nicht der Typ, der rumsitzt und Däumchen dreht. Deshalb: Und Action! Klar gibt es auch eine Geschichte, einen Antrieb für Solo, wieder auf seinen runtergekommenen Heimatplaneten zurückzukehren, um...