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In der romantischen Golfkomödie des Genrespezialisten Ron Shelton - sein Baseball-Pendant Annies Männer machte Kevin Costner 1988 endgültig zum Star - stellt der entspannt wirkende Superstar sein Charisma und Talent nach Jahren der ambivalenten Figuren (von Perfect World bis Waterworld) wieder in den Dienst gutgelaunter Unterhaltung. Ein Schritt, mit dem sich der einstige Oscar-Abräumer wieder ins Herz des Publikums spielen wird. Außer der Sportart hat dieser mit gewitzten Dialogen und sympathischen Stars operie-rende Erwachsenenspaß wenig mit den albernen Slapstick-komödien Caddyshack und Happy Gilmore gemein. Der 130minütige Film ist wie der Sport selbst: relaxt, nie hektisch, und dennoch wird konzentriert mit zügigem Tempo vorgegangen. Selbst Nichtspieler, die den neuen Trendsport als langweilig ansehen könnten, sollten hier dem Reiz des Wettkampfs erliegen. Entscheidend mitverantwortlich für das authentische Feeling zeichnet Drehbuchautor John Norville, der früher im renommierten Golfteam der Stanford University spielte. Costner mimt den liebenswerten Golf-Underdog Roy Tin Cup McAvoy, der in dem gottverlassenen Nest Salome in Texas eine Driving Range betreibt. Da er seine Ambitionen als Profispieler längst abgeschrieben hat, verbringt er die staubheißen Tage bevorzugt mit seinen Kumpeln beim Biertrinken. Das ändert sich, als die attraktive Psychotherapeutin Dr. Molly Griswald (Rene Russo) beginnt, bei ihm Golfunterricht zu nehmen. Sie entpuppt sich alsbald als die Freundin seines Erzrivalen aus Jugendtagen und mittlerweile erfolgreichen Berufsgolfers, David Simms (Don Johnson). Hals über Kopf verliebt, beschließt Roy, sich für die U.S. Open zu qualifizieren. Das große Handicap des kompetenten Spielers ist es aber, nicht auf Nummer sicher zu spielen: Immer wenn er die Chance sieht, geht er im Spiel ein hohes Risiko ein, um schneller zum Ziel zu kommen. Ein spannender Showdown auf dem Golfrasen mit unerwarteter Wendung ist vorprogrammiert. Costner ist rundum fabelhaft und liefert sich unterhaltsame verbale Schlagabtausche mit seinem eigensinnigen Caddy Romeo (Cheech Marin, der gegenwärtig mit Costar Johnson in der TV-Copserie Nash Bridges ein Team bildet). Seine Flirts und Neckereien mit der zunächst distanzierten Molly sind ein wahrer Ohren- und Augenschmaus. Einer der komödiantischen Höhepunkte ist ihre erste Golfstunde, in der es von amüsanten Doppeldeutigkeiten nur so wimmelt, wenn Costner Golf poetisch als Metapher für das Leben im allgemeinen und menschliche Fehlbarkeiten im besonderen proklamiert. Don Johnson ist perfekt in der Rolle des aalglatten Opportunisten, der alte Leute, Kinder und Hunde haßt und doch eine Maske selbstsicherer Spießigkeit aufrechterhält. Während die erste Hälfte, in der Costner das Herz seiner Angebeteten zu gewinnen versucht, in warmen Erdtönen gefilmt wurde, wird die Tournament-Sequenz von frischen grün-weißen Farben beherrscht. Der leichtverdauliche Soundtrack setzt auf verhaltenen Mainstream-Rock und Country,...