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Pütterbinde kräftige Kurzzugbinde zur intensiven KompressionstherapieDie Pütterbinde ist eine braune, besonders kräftige Kurzzugbinde mit textilelastichem Material und einer Dehnbarkeit von etwa 85 %. Sie eignet sich für eine sehr starke, langfristige Kompressionstherapie und wird von medizinischen Fachkräften vor allem an den Beinen eingesetzt. Typische Anwendungsgebiete sind die Behandlung einer chronisch-venösen Insuffizienz (CVI) mit oder ohne venöse Beingeschwüre, Thrombosen, Thrombophlebitiden sowie chronische Ödeme und Lymphödeme im Bereich eines Knöchel-Arm-Index (ABPI) von 0,8–1,3. Die Binde ist wiederverwendbar und kann bei 95 °C im Normalwaschgang gereinigt werden.Anwendung und HandhabungDie Pütterbinde ist für die sachgerechte Anlage durch entsprechend geschulte medizinische Fachkräfte vorgesehen, sowohl im klinischen als auch im häuslichen Umfeld. Vor der Anlage muss eine eventuell vorhandene Wunde gereinigt und mit einer geeigneten Wundauflage abgedeckt werden. Häufig wird die Binde in Kombination mit Polsterbinden und Innenmaterial verwendet, um Knochenvorsprünge und Gewebevertiefungen (z. B. am Schienbein) abzupolstern. Die Kompressionsbinde wird in einer modifizierten Anlegetechnik nach Pütter angelegt, sofern vom behandelnden Arzt keine andere Technik verordnet ist. Zur zusätzlichen Fixierung sollen ausschließlich Pflasterstreifen und keine Verbandklammern verwendet werden.Wichtige Hinweise zur sicheren NutzungNach dem Anlegen des Kompressionsverbands müssen Durchblutung (z. B. an den Zehen) und das Schmerzempfinden der Patientin oder des Patienten kontrolliert werden, um sicherzustellen, dass der Druck nicht zu hoch ist. Sobald während der Therapie starke Schmerzen, Taubheitsgefühle, Kribbeln oder sichtbare Verfärbungen der Zehen auftreten, muss der Verband sofort entfernt und umgehend eine medizinische Fachkraft hinzugezogen werden. Ist der Fußpuls nicht tastbar, muss vor Beginn der Therapie eine Doppleruntersuchung zur Bestimmung des ABPI erfolgen. Wird die Binde nahezu unter vollem Zug angelegt und dadurch ein nahezu unelastisches System geschaffen, sollten hohe Knöcheldrücke engmaschig ärztlich überwacht werden. Während der Therapie mit der Pütterbinde sollten Patientinnen und Patienten zur Bewegung motiviert werden.Kontraindikationen und VorsichtsmaßnahmenDie Pütterbinde darf nicht verwendet werden bei fortgeschrittener peripherer arterieller Verschlusskrankheit (PAVK), dekompensierter Herzinsuffizienz (NYHA II–IV), Phlegmasia coerulea dolens, einem Knöchel-Arm-Druckindex (ABPI) > 1,3 oder ? 0,5 sowie bei septischer Phlebitis. Besondere Vorsicht ist geboten bei ausgeprägten Sensibilitätsstörungen der Extremitäten (z. B. fortgeschrittener diabetischer Polyneuropathie), stark nässenden Dermatosen, bekannter Unverträglichkeit gegenüber Kompressionsbindenmaterial oder primärer chronischer Polyarthritis. Die Anlegetechnik ist individuell an die anatomischen und pathophysiologischen Gegebenheiten des Patienten (z. B. Dehnung,...