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Schwarze Actionkomödie über einen braven Bürger, der in der norwegischen Provinz durch den Mord an seinem Sohn zum enthemmten Rächer wird. Die Landschaft ist so schön und unschuldig weiß, dass man glaubt, das Unheil in der reinen Schneeluft fast zu riechen. Und bald verrät die blutrote Farbe, in der Einöde geht es ans Eingemachte, heißt es Auge um Auge und am Ende Sohn um Sohn. Hans Petter Moland, bekannt für seinen lakonisch-nordischen Humor (Ein Mann von Welt), erzählt eine Geschichte von Rache als primitives und menschliches Bedürfnis, unbeeindruckt von zivilisatorischen Mechanismen. Ihn interessiert eine Kultur der Rache nicht nur als eine Generationen überdauernde Blutfehde sondern auch als ganz persönlicher Kreuzzug gegen das Böse und die Bösen. Das sind hier erst einmal ein paar dubiose Gestalten, die irrtümlich den Sohn des Schneepflugfahrer Nils Dickmann mit Drogen vollpumpen und tot vor dem Bahnhof liegen lassen. Für die Eltern eine Tragödie. Der sonst so ordentliche und pflichtbewusste Vater macht sich auf die Suche nach den Mördern, bald pflastern Leichen seinen Weg. Der Vergeltungsfeldzug ist wie ein Schachspiel Zug um Zug genau durchdacht und von Kameramann Philip Øgaard mit magischen Bildern orchestriert, bei denen selbst ein an der Wegmarkierung Aufgehängter wie in einem Gemälde fast irreal wirkt. Von den Ganoven, die sich gegenseitig verdächtigen, beißt einer nach dem anderen ins Gras bzw. in den Schnee - nicht auf die feine Art, sondern ziemlich brutal. Skurril wie Fargo der Coens, gewalttätig wie Quentin Tarantino und erbarmungslos wie Dirty Harry inszeniert Moland diesen absurden und grausamen Trip in die Gangsterwelt mit an Comicfiguren erinnernden Übeltätern. Neben Bruno Ganz als serbischem Mafia-Paten Papa, der mit leiser Stimme laut mitmischt, und Pal Sverre Valheim Hagen als Oberfiesling namens Graf mit dekorativem Pferdeschwänzchen, punktet Weltstar Stellan Skarsgård unangefochten in dieser unterhaltenden Gewaltgroteske als schwedischer Einwanderer, der sogar zum Bürger des Jahres gewählt wurde, ein Vorzeigebeispiel für gelungene Integration. Seine Wandlung vom stillen und netten Kerl zum radikalen und stoisch-kalten Killer vor betörender Naturkulisse verfolgt man mit Lachen und Schaudern. Skandinavisches Kino zum Sattsehen. mk.