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Faszinierendes, fein komponiertes Drama um einen in Deutschland lebenden, aus dem Kosovo stammenden Mann, der sich ausgegrenzt fühlt. Der neue Film des für sein Debüt Babai hochgelobten Regisseurs und Drehbuchautor Visar Morina wurde bereits 2018 für das Drehbuch ausgezeichnet bevor es 2020 beim Sundance Filmfestival und bei der Berlinale Welt- und Europapremiere feierte. Es ist ein faszinierender, in Bild und Ton fein und streng durchkomponiertes Werk, das subtil, zurückhaltend von einem Mann, der aus dem Kosovo stammt und in Deutschland lebt, erzählt, der sich im Alltag, in der Firma und zu Hause zunehmend ausgegrenzt, verfolgt fühlt. Das Drama nimmt seine Perspektive ein, gerät in manchen Momenten fast zum Horrorfilm, wenn kurz ein brennender Kinderwagen zu sehen ist, oder fast zur Satire, wenn sich Hauptfigur Xhafer bei einem Arbeitsmeeting immer wieder vorstellen muss, weil niemand seinen Namen versteht. Der Film zeichnet ein Psychogramm der Hauptfigur, manches Gezeigte könnte nur seiner Einbildung entspringen, er schildert aber auch ganz konkret die Vorurteile, die ihm, dem Fremden, entgegenschlagen. Exil ist dennoch weder ein üblicher Psychothriller noch ein konventionelles Gesellschaftsdrama, zu kunstvoll überhöht, nuanciert werden die filmischen Mittel eingesetzt, er beschreibt er einen Zustand. Die Kameraarbeit von Matteo Cocco, das Szenenbild von Christian Goldbeck, die Musik, der Ton, oft eher Geräusche sind auf höchstem Niveau, tragen zum leicht irritierenden, unterschwellig spannenden Eindruck bei. Mit Misel Maticevic, Sandra Hüller und Rainer Bock hat Morina auch hervorragende Talente, die sich perfekt ins Konzept einpassen, auf den Punkt spielen. Ein hochinteressantes Arthouse-Highlight des Jahres. hai.