Wähle den passenden Shop. Preis, Versand und Verfügbarkeit können sich kurzfristig ändern.
Rebuy.de
Buyzoxs.de
Wer geglaubt hat, das Schaffen der Filmemacher aus der Volksrepublik China habe wegen der Zensurmaßnahmen im Land seine Brisanz verloren, sieht sich durch den in Berlin mit dem Großen Preis der Jury verdient ausgezeichneten Film um ein Fahrrad in Peking eines Besseren belehrt. Die kraftvolle, atemlose und moderne Vision von Vittorio de Sicas neorealistischem Klassiker Fahrraddiebe durch Wang Xiaoshuai setzt bei den systemkritischen Filmen von Zhang Yimou speziell bei Die Geschichte der Qui Jiu (mit Gong Li) an, in dem eine Frau aus dem Volke ihr Recht sucht und fand. Was bei Zhang, der zwei Mal ironisch im Dialog zitiert wird, gut ausging, endet unter den aktuellen sozialen Bedingungen dramatisch und mit einem Fragezeichen, das den Zuschauer angesichts von Recht und Unrecht, Wahl der Mittel und Verhältnismäßigkeit der Konflikte nach dem Film weiter beschäftigt. Es geht um ein Fahrrad, das dem aus der Provinz nach Peking gekommenen und für einen Expressdienst arbeitenden Guei, kaum, dass er es abbezahlt hat, gestohlen wird. Gegen jede Chance findet der starrköpfige Guei das Fahrrad durch eine dramaturgisch geschickt konstruierten Zufall im Besitz eines Schülers wieder, der es auf einem Flohmarkt gekauft hat und nicht gewillt ist, es wieder herauszugeben. Das mehrfach den Besitzer wechselnde Fahrrad, das sich die beiden schließlich teilen, führt unerwartet neue Probleme herbei, die zu einem bösen Ende finden. Über seine packende Geschichte hinaus ist der Film für chinesische Verhältnisse sehr kritisch gegenüber den sozialen Schichten, die im Lauf des Geschehens gestreift werden, wobei der Hauptakzent auf den Schülern liegt, die politisch unkorrekt handeln. Der Preis in Berlin, die Fahrradiebe-Version, der Bezug auf Zhang Yimou und die überzeugende Story sollten bei uns das Iteresse eines Verleihs wecken, der den kleinen großen Film unter seine Fittiche nimmt. Er hat es verdient. ger.