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Bittersüßer bis skurriler Liebesreigen, der sich verschmitzt als Ode an die serbische Kapitale offenbart. Augenzwinkernd verkleidet sich die europäische Koproduktion als Touristenführer durch Belgrad, wirbt heiter-spöttisch für den EU-Beitritt Serbiens, womit Bojan Vuletic (Regieassistent bei Klopka - Die Falle) treffend die Bemühungen seines durch den Balkankrieg stigmatisierten Landes karikiert, sich als modern und weltoffen zu präsentieren. Sein Liebesreigen zwischen Bewohnern und Besuchern der serbischen Hauptstadt besteht aus vier Episoden, die er pfiffig mit Chorälen einrahmt, damit süßliche Stereotypen meidet und kauzig-kantige Begegnungen mit speziellem Humor serviert. Nicht wenige Protagonisten stehen am Rande des Nervenzusammenbruchs, besonders die manisch-depressive Chanteuse Silvie (Julie Gayet) aus Frankreich. Ihr junger einheimischer Chauffeur versucht die Herzgebrochene, die sich kapriziös dem Kulturauftritt verweigert, von der Volltrunkenheit zu bewahren und verliebt sich in sie - eine One-Night-Stand-Romanze, die keine Träume erfüllt. Denn die Realität sieht anders aus, das muss auch Domina Melita erfahren, als ihr amerikanischer Masochisten-Kunde Brian (Jean-Marc Barr) sie nachhaltig desillusioniert - ein weiteres tragikomisches Sonett, bei dem sehr viele Scherben produziert und Gefühle in - körperliche - Schmerzen übersetzt werden. Liebe ist Schmerz und Schmerz ist Glück könnte Vuletics Motto lauten, unter das sich auch die schräge Vignette eines türkisch-deutschen Geschäftsmanns stellen lässt, den ein blondes Zimmermädchen unter den Tisch säuft. Mit dem kroatischen Tatort-Fotografen, der seine Braut betrog, ausgerechnet am Hochzeitstag reinen Tisch machen will und sie in einer grotesken Verfolgungsjagd zurückgewinnen muss, schließt das ironisch-charmante Programm, das mit recht speziellen Humor und rabiaten Frauen aufwartet. Mag manches Streiflicht auch prätentiös aufflackern, die Landesschau, die die schwierige serbische Geschichte nur indirekt reflektiert und sich politischer Botschaften enthält, ist eine kuriose, dunkle Komödie mit eigenwilliger Poesie, garniert mit einer Spitze Hautgout. Der speist sich aus dem amüsant-anstößigen Verhalten und einem - allerdings sehr sympathischen - Blick in genuine Unzurechnungsfähigkeiten, eingebettet in eine Ode an ein Belgrad im (kulturellen) Frühling, spitzbübisch als Stadt der Zukunft angepriesen. tk.