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Tragikomödie um die ungewöhnliche Freundschaft zwischen einer älteren von Kindheitserlebnissen traumatisierten Jüdin und einem jungen hoffnungslosen Mann mit Hannelore Elsner und Max Riemelt. Wenn sich zwei Menschen unterschiedlichen Alters und Herkunft begegnen, die nur eines verbindet, die Angst vor der Zukunft, könnte das eine triste Angelegenheit werden. Nicht bei Uwe Jansons mit Humor gespickter Hymne Auf das Leben!, auch wenn die mit dem Suizidversuch der Protagonistin beginnt. Als die einstige jüdische Cabaret-Sängerin Ruth wegen Mietschulden ihre Wohnung verlassen muss und in einen freudlosen Block einquartiert wird, verlässt sie der Optimismus, der ihr sogar geholfen hat, die Traumata aus der Kindheit im Dritten Reich zu verdrängen. In letzter Minute entdeckt der Möbelpacker Jonas die Lebensmüde. Er besucht sie später auch in der psychiatrischen Klinik. Zwischen den beiden beginnt eine ungewöhnliche Freundschaft, bei der sie einander Halt geben. Die Grundidee stammt von Produzentenlegende Artur Brauner, Teile der Handlung beruhen auf den Kindheitserinnerungen seiner Frau Maria, der der Film gewidmet ist. Diese waren Ausgangspunkt und Motivation für Tochter und Produzentin Alice Brauner die Geschichte einer Überlebenden zu einer Filmerzählung zu machen, die Alt und Jung zusammenführt und dazu bringt, Verständnis füreinander zu entwickeln und Lebensmut neu zu entdecken. Die Chemie zwischen einer aufmüpfigen Hannelore Elsner und einem mehr zurückhaltenden Max Riemelt funktioniert, auch die Besetzung der Nebenrollenmit Andreas Schmidt und Mathieu Carrière überzeugt. Look und Kameraführung stimmen. Dafür holpert das Drehbuch etwas, was vielleicht an den Querelen um die Vorlage der Autoren lag, die sich mehr auf die Figur der Ruth konzentrieren wollten, was in der Bearbeitung dem Rotstift zum Opfer fiel. Die Figur des jungen Mannes wirkt zu Anfang wenig elaboriert, entfaltet sich erst zum Ende hin. Gut in die Handlung integriert sind die Rückblenden mit Sharon Brauner als junger Ruth, die in den 1970er Jahren erfolgreich auf der Bühne jiddische Lieder interpretiert, wegen einer Messerattacke auf einen früheren Peiniger aus dem KZ im Gefängnis landet und ihre große Liebe verliert (Riemelt in einer Doppelrolle). Hannelore Elsner singt erstmals vor der Kamera und kann sich hören lassen. mk.