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X-Men: Apocalypse Die bewährten Marvel-Mutanten bekommen es diesmal, tricktechnisch (erneut) aufgerüstet, mit dem ultimativ Bösen zu tun. Braucht es das wirklich, fragt man sich unwillkürlich, superhelden- und fortsetzungsmüde - nicht zu vergessen die lästige 3D-Brille, die den Bildern viel Helligkeit raubt. Superman und Batman haben dieses Frühjahr bereits in Dawn of Justice aufeinander eingeprügelt, ein Bruderkrieg ist in The First Avenger: Civil War jüngst ausgebrochen. Wie nun bei den X-Men. Zur finalen Schlacht rüsten die Marvel-Männer und -Mädels, nicht weniger als die Apocalypse gilt es abzuwenden und folgerichtig hört der Oberschurke, ein Über-Mutant, auf diesen Namen. Acht Abenteuer (mit den Wolverine-Filmen) umfasst das Erfolgsfranchise nun, was kann es da bei X-Men: Apocalypse viel Neues geben, zumal auch Bryan Singer, im Jahr 2000 bereits verantwortlich für den ersten Teil, zum inzwischen vierten Mal auf dem Regiestuhl Platz genommen hat. Man stellt sich auf die Wiederkehr des Ewiggleichen ein - sieht sich bestätigt und wird dennoch angenehm überrascht. Rund eine Dekade nach X-Men: Zukunft ist Vergangenheit ist die neue Episode angesiedelt, in den (US-)Achtzigern. Die X-Teens aus Xaviers Hochbegabtenschule gehen ins Kino, schauen sich Die Rückkehr der Jedi-Ritter an und kommen zu dem Schluss - in Fankreisen herrscht da Konsens -, dass Das Imperium schlägt zurück definitiv der beste Teil der Krieg der Sterne-Trilogie ist. Nur eine der vielen launigen popkulturellen Referenzen. Nächster Punkt: die Schauplätze. Nach kurzem Opener - Apocalypse, gespielt von Oscar Isaac (auch im neuen Star Wars) wird eingeführt - ist Länder- und Städte-Hopping angesagt. Ein Käfigfight in Berlin: Archangel (Ben Hardy) v Nightcrawler (Kodi Smit-McPhee), Raven eilt zur Hilfe, das kampferprobte It-Girl Jennifer Lawrence (Die Tribute von Panem) darf im englischen Original ein paar Brocken Deutsch sprechen. Kurze Idylle herrscht in Polen: Magneto (Michael Fassbender) hat sich mit seiner Familie hierher zurückgezogen. Ein Pfeil tötet Frau und Tochter. Ein hoch emotional inszenierter Moment, der den Mann zum Wüterich werden lässt. Kairo wiederum steht als neuzeitliches Sodom: Autos, Lärm, Umweltverschmutzung. Ein plärrender Ghettoblaster als Zeichen des sittlichen Verfalls. Apocalypse, aus 5000 Jahre währendem Schlaf erwacht, will die alte Welt auslöschen, um einen neue zu schaffen. Allmachtsfantasien, die freilich nicht von ungefähr an den Dschihad denken lassen. Das alte Konzept: Das ultimativ Böse - Referenzen auf die nationalsozialistische Terrorherrschaft inklusive - sucht das Gute zu besiegen. Das heißt Professor Xavier alias James McAvoy. Die formschöne CIA-Agentin Moira MacTaggert (Rose Byrne) eilt zur Hilfe, der tückische Colonel Stryker (Josh Helman) hält dagegen. Mit viel Übersicht führt das Skript des X-erfahrenen Simon Kinberg, der auch als Produzent firmiert, die zig Figuren (wieder) ein, bildet (Liebes-)Paare, erklärt die Allianzen, etabliert die...