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Als adrenalingesteuerter Action-Bimbo stieg Sylvester Rambo Stallone zu Weltruhm auf. Des belächelten Karikatur-Images und Respektmangels müde, erklärte er sich bereit, für den reizvollen und schauspielerisch anspruchsvollen Part des phlegmatisch-passiven Dorf-Sheriffs Freddy Heflin in dem atmospärischen Polizeikorruptionsdrama Copland auf seine übliche Gagenforderung zu verzichten, sondern gegen Tarifbezahlung mitzuwirken. Dafür hat der Rocky-Darsteller wie ein wilder Stier 40 Pfund um die Hüften zugelegt und kann aus dem schauspielerischen Sparring selbst mit so schwergewichtigen Partnern wie Robert De Niro und Harvey Keitel ohne Blessuren hervorgehen. Regie und Drehbuch des sensationell besetzten Ensemblemoralstücks gehen auf das Konto des relativ unbeschriebenen Blatts James Mangold, dessen Debüt Heavy ebenfalls um einen übergewichtigen und resignierten Verlierertypen kreiste, der von seiner Umwelt nicht für voll genommen wird. Als Mangolds Stärke kristallisiert sich erneut die exakte Studie eines isolierten Milieus heraus. In diesem Fall handelt es sich um den fiktiven 1280-Einwohner-Ort Garrison, der hartgesottenen New-York-City-Cops und ihren Familien als sichere Enklave fernab vom Großstadt-Hexenkessel dient. Dieses Copland wurde jedoch mit Mafia-Darlehen finanziert, so daß die korrupten Gesetzeshüter unter der Führung von Ray Donlan (Keitel) sich auf interne Loyalität verlassen müssen. Ihre schmutzig erkaufte Idylle ist erheblicher Gefahr ausgesetzt, als der junge Polizist Murray Babitch (Michael Rappaport) im Eifer des Gefechts überreagiert und zwei unbewaffnete Schwarze erschießt. Ray beschließt, seinen völlig aufgelösten Neffen Murray von der Bildfläche verschwinden zu lassen, bevor dieser zu plappern beginnen kann. Damit wird das Interesse des Internal-Affairs-Agenten Moe Tilden (De Niro) geweckt, der bei Garrisons Sheriff Heflin (Stallone) vorspricht, ihm bei seinen Ermittlungen behilflich zu sein. Der auf einem Ohr taube Heflin wird dadurch in einen tiefen Gewissenskonflikt gezogen: Zum einen gäbe es ihm endlich Gelegenheit, seinen lange verlorenen Traum vom Cop-Dasein auszuleben, andererseits fühlt er sich dem ihn mit milder Herablassung tolerierenden Ray und seiner Gang gegenüber verbunden. In starken Nebenrollen glänzen Ray Liotta, Peter Berg und Robert Patrick (als Cops), Annabelle Sciorra (als Love Interest), Cathy Moriarty (Rays untreue Ehefrau) und Janeane Garofalo (als Hilfssheriff). Zentraler Punkt der Geschehnisse ist jedoch Protagonist Stallone, der von seinen hervorragenden Mitspielern gleichzeitig getragen und zu Höchstleistungen angespornt wird. Mit niedergeschlagenem Blick, marionettenhaftem Gang, verzögertem Bewegungsrhythmus und zurückhaltender Stimme verkörpert er perfekt die verbitterte Hoffnungslosigkeit, verzweifelte Isolation und traurige Passivität seiner bemitleidenswerten, vom Schicksal getretenen Außenseiterfigur - was teils als etwas kalkuliert sympathieheischend ausgelegt werden könnte. Erst zum Schluß,...