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Atmosphärisch und taktisch kommt der düstere Endzeitkrieg der Brettspielvorlage um einiges näher als die glücklose First-Person-Ballerei Fire Warrior. Dem Entwickler Relic Entertainment (Homeworld) gelingt es erstaunlich gut, das Flair des kriegsgebeutelten 41. Jahrtausends einzufangen, in dem weder schmucke Siedlungen noch strukturierte Wirtschaftskreisläufe existieren. Es gibt nur zwei Ressourcen: Energie gewinnt der Spieler durch Kraftwerke, und um die geldwerten Requisition-Punkte einzufahren, die in neue Einheiten, Gebäude und Technologien investiert werden, muss er strategische Ziele auf der Karte besetzen. Das bringt Dynamik ins Spiel: Die echtzeittypische Vorgehensweise - Einigeln, bis eine riesige Armee erschaffen ist, dann den Gegner im Sturmangriff zermalmen - funktioniert hier nicht; im Kampf um die Zielpunkte kommt es zu ständigen Scharmützeln zwischen den Parteien. Die Auseinandersetzungen sind von Taktik geprägt: Statt blind Kämpfer in die Schlacht zu schicken, muss der Spieler die Zusammensetzung der Armee, Geländevorteile und die Moral seiner Einheiten ins strategische Kalkül miteinbeziehen. Von neun Warhammer 40k-Rassen lassen die Entwickler die vier populärsten in Dawn Of War auftreten: Space Marines, Chaos Warriors, Eldar und Orks. In der umfangreichen Solokampagne darf der Spieler allerdings nur die Space Marines anführen; die anderen drei Rassen treten in diesem Modus ausschließlich als Gegner auf. Anders in Multiplayergefechten und auf Einzelkarten, wo anhand der verschiedenen Spezialfähigkeiten, Waffen und Fahrzeuge der jeweiligen Völker die Detailliebe der Entwickler deutlich wird. Auch die Grafik beweist, dass hier Warhammer 40k-Fans mit aller Inbrunst am Werk waren: Stimmt die Rechnerleistung, wird die freie Kameraperspektive nach Belieben gezoomt - in Nahsicht erfreuen den Betrachter Texturen und Animationen, die in diesem Detailgrad auch einem Actiontitel zur Ehre gereichen würden. Im überstrapazierten Echtzeitstrategiegenre gelingt es Dawn Of War, sich mit einigen innovativen Ansätzen von der Konkurrenz abzuheben. Weniger bauen, mehr kämpfen - so lautet die Devise in der martialischen Welt von Warhammer 40k. Die ungewöhnlich ausgefeilte 3D-Optik tut ein Übriges, damit THQs Fantasy-Gemetzel mehr Spieler ansprechen wird als hartgesottene Strategen oder Fans der Tabletop-Vorlage.